StudiVZ - Verkauft und nun?
Ich halte den Kaufpreis von StudiVZ nach wie vor für zu hoch, denn ca 100,00 EUR pro User ist schon ein großer Batzen Geld. Die Community hat keinen USP. Sie ist beliebig kopierbar, wie z.B. an Studylounge oder auch nur!studenten zu erkennen ist.
Im Vergleich zu MySpace, welches ein etabliertes und von den Usern akzeptiertes Geschäftsmodell hat, lag der Kaufpreis pro User bei 5 US Dollarn.
Qualifizierte und Zielgruppen genaue Adressen sind in solch einem Volumen wesentlich günstiger bei Adressbrokern einzukaufen.
Ebenso wie versucht wurde das Internet zu kommerzialisieren, wird nun versucht die Social Networks kommerziell zu nutzen. Das von Holztbrinck verfolgte Ziel zur Ergänzung des bereits bestehenden Produktportfolios im Bereich Webportale und Magazine für Studierende ist ein unberechenbares Risiko. Denn die Ideologie von Social Networks ist: User bestimmen die Märkte und nicht die Unternehmen. Das ist ein Paradigmenwechsel, den Unternehmen begreifen und sensibel mit Ihren Kunden gemeinsam entwickeln sollten. Ziel kann dabei nur sein einen echten Mehrwert für User zu erzielen und eine ausgewogene Win-Win Situation zu schaffen. Dann bleiben die User der Community treu, ansonsten besteht das Risiko, dass sie abwandern.
StudiVZ ist zwar ein CopyCat, welches mit geringem finanziellem Aufwand vom amerikanischen Original Facebook kopiert wurde, aber es ist ein klassisches Social Network und kann durchaus mit Xing verglichen werden.
Beide Networks bieten ihren Usern die Möglichkeit miteinander in Beziehung zu treten, um sich z.B. nach Interessen zu vernetzen. Bei Studenten besteht ein großer Bedarf genau das zu tun, sei es um zu wissen wo die nächste Party steigt oder um Studienkollegen/Innen näher kennenzulernen. Zu meiner Studienzeit, gab es so etwas leider nicht.
Leider wurde es versäumt, ausreichende Investitionen in die relevanten Bereiche Community Performance und Sicherheit zu tätigen. Insbesondere wurde versäumt in Mechanismen zu investieren, die Datenmissbrauch verhindern oder eingrenzen. Eine Community lebt immer von Vertrauen und Verantwortung. Jeder erfolgreiche Hacker-Angriff, wie die jüngste Vergangenheit zeigt, führt nicht nur zu einem Vertrauensverlust bei den Usern, sondern auch zu einem möglichen Imageschaden für das Unternehmen.
Nur über Vertrauen, dass auch technisch sichergestellt sein muss, werden User an eine Community gebunden und neue User werden hinzu gewonnen.
Trotz alle dem hat StudiVZ einen Bedarf erkannt und diese Art eines Social Networks quasi aus den USA erfolgreich importiert. Außerdem haben die Gründer von StudiVZ eine sehr gute Marketing Strategie verfolgt. Sie haben StudiVZ genauso promotet wie man eine gute Party promoten würde. Direkte Ansprache der Zielgruppe und Mund-zu-Mund Propaganda haben die Community schnell wachsen lassen.
StudiVZ hat in Deutschland eine große Bedeutung und ist die Nummer Eins. Es ist zurzeit die größte Studenten Community. Wenn sie ihre Hausaufgaben im technischen Bereich machen und die User mit transparenten und nachvollziehbaren Mehrwert Aktionen überzeugen, hat die Community die Möglichkeit den Status gegenüber Konkurrenten zu behaupten und auszubauen.