Digitale Revolte bei Digg.com
Auf der News Community Digg.com ging und geht es immer noch heiß her.
Auslöser war ein Posting auf Digg.com, die einen Schlüssel zum knacken kopiergeschützter HD-DVDs enthielt. Selbstredend ist das Posting von den Moderatoren, nach Aufforderung der Industrie gelöscht worden.
Dies ist an sich nichts Neues, auf youtube.com beispielsweise geschieht so was und ähnliches tagtäglich.
Was ist nun bei Digg.com anders?
Die Reaktion der Community…Das was diese Woche geschah, ist die beispielhafte Geschichte für die neue Macht der Nutzer im Mitmach-Internet.
Die Community Mitglieder befürchten Zensur und wehren sich gegen diese mit den Mitteln des Web 2.0.
Die Nutzer von Digg.com stellen immer wieder neue Varianten des Postings online. Die erfolgreichste davon sammelt von Montagabend bis Dienstagmittag ca. 16.000 Diggs, was sie zu einem der erfolgreichsten und populärsten Digg-Postings macht.
Auch dieses Posten, wie andere Varianten wird von den Moderatoren gelöscht und somit beginnt ein Kampf zwischen Digg-Moderatoren und Digg-Nutzern.
Dieser geht solange, bis sich der Digg-Gründer Kevin Rose zu Wort meldet und das was er zu verkünden hat, ist bemerkenswert:
Nicht er, sondern die Nutzer hätten über die Zukunft zu bestimmen.
“Jetzt, nach Hunderten von Geschichten und Tausenden von Kommentaren, habt ihr es klar gemacht: Ihr wollt Digg lieber kämpfend untergehen als vor einer größeren Firma einknicken sehen.” Und so soll es laut Rose sein: “Wir werden ab sofort Geschichten und Kommentare mit dem Code nicht mehr löschen und uns mit allen möglichen Konsequenzen auseinandersetzen.”
Heißt: Digg.com beugt sich gegenüber seinen Nutzern, anstatt dem Druck der Industrie nachzugeben.
Diese Digg Geschichte zeigt ganz klar die neue Macht der Massen.
In der Zeit des Web 2.0 war es für die Masse nie einfacher sich zu vernetzten und ihrer Stimme Gehör zu verleihen, denn viele einzelne werden durch die Unterstützung von Web 2.0 Technologien zu einer kritische Masse, die sich nicht einfach unter den Teppich kehren lässt.
Je mehr Menschen sich in sozialen Netzwerken zusammenschließen, desto mehr wird diese neue Macht sichtbar. Und diese Massen lassen sich nicht zentral kontrollieren.
Dank des Web 2.0 gibt es einen neuen Player in der öffentlichen Wahrnehmung:
Einfache Menschen von nebenan und überall.
Dies wird in Zukunft sicherlich eine zentrale Herausforderung für Regierungen, Politiker, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft.
Und gerade aus diesem Grund ist es von essentieller Wichtigkeit, dass das Internet neutral und freizugänglich bleibt.
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