In Anbetracht der letzten Woche wirkt es schon etwas absurd, dass Stefan Niggemeier für seine Blogger-Tätigkeit vom “Medium Magazin” zum Journalisten des Jahres gekürt wird.
Ein Blogger, Journalist des Jahres?
Eigentlich undenkbar für die Macher der Süddeutschen und FAZ, die ja die Qualität, Relevanz und Bildung der öffentlich Meinung für sich beanspruchen. Da die zwei Artikel in den letzten 7 Tagen mehr als breitgetreten wurden, verzichte ich hier auf Zitate. Wen es interessiert, kann die Artikel dort und dort nachlesen.
Ich glaube ja, es geht gar nicht um Relevanz und Qualität des Bloggens, sondern einfach nur um die nackte Angst, denn die Netto-Werbeeinnahmen der Zeitungen lösen sich derzeit in Rauch auf. Das Internet, insbesondere das sogenannte „Web 2.0“ ist der ausgemachte Feind.
Der Medienmarkt ist komplexer geworden. Nicht nur das die Verlage untereinander in Konkurrenz stehen, nein nun stehen sie auch noch mit Gott und der Welt in Konkurrenz, mit normalen Menschen, Bloggern, etc., die sich einfach erdreisten ungefragt ihre Meinung abzusondern.
Und seinen wir doch mal ehrlich: Was hat Journalismus heute noch mit Qualität zu tun?
Da kopiert jeder eine dpa-Meldung, wurden massenhaft Journalisten entlassen und Redaktionen zusammengelegt, nur um die Rendite hoch zu halten. Was bitte hat das noch mit Qualität zu tun? Und die Mär vom unabhängigen Journalisten glaubt sowieso kein Mensch mehr. Nahe zu jeder Journalist in der Medienlandschaft untersteht einem Agenda-Setting.
Und was tun viele wirklich freie und unabhängige Journalisten? Bloggen, denn als Blogger müssen sie sich nicht dem Agenda-Setting unterwerfen.
In diesem Sinne gehen meine besten Glückwünsche an Stefan Niggemeier und auch an all die anderen, wie z.B. Thomas Knüwer, die wirklich frei sind und die journalistische Qualität vor der Rendite retten.